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  • Julius Geiling

Wie dezentrale, autonome Organisationen Arbeiten im 21. Jahrhundert revolutionieren könnten

Blockchain-Technologie wird häufig als Grundlage zur Erschaffung neuer Kryptowährungen verwendet. In der technologischen Basis steckt jedoch noch viel mehr Potential als die reine Umsetzung einer Alternativwährung. Nachfolgend soll einer der vielversprechendsten Ansätze zur Nutzbarmachung dieser einzigartigen Technologie ausgeführt werden. Die sogenannte DAO (dezentrale, autonome Organisation). Unter ihr ist eine Organisation zu verstehen, die ohne hierarchische Managementstrukturen voll funktionsfähig ist. Ein Modell zur Neugestaltung der Hierarchiestruktur in einem Unternehmen, hin zu einem voll demokratischen System. Welche Vorteile sich durch diese Struktur ergeben und an welcher Stelle sichHerausforderungen für das Modell der dezentralen, autonomen Organisation abzeichnen, soll nachfolgend kurz zusammengefasst werden.


Was ist eine DAO?

Basieren herkömmliche Unternehmensstrukturen in der Regel auf Verantwortungsträgern (Managern), die Prozesse innerhalb des Unternehmens überwachen, wird dieser Mechanismus bei einer DAO durch sogenannte Smart Contracts abgebildet. Hierbei handelt es sich um Code, der eindeutige Regeln definiert, nach denen ein bestimmtes System abzulaufen hat. Im Falle der DAO sind dies Unternehmensregeln, die die Organisationsstruktur und das Verhalten innerhalb des Unternehmens definieren. Weiter noch ist fest verankert, dass Entscheidungen durch alle Mitglieder der DAO in einer demokratischen Abstimmung getroffen werden. So kann die DAO weiterentwickelt werden. Eine Regeländerung für die DAO läuft wie folgt ab: zunächst entwickelt ein Teilnehmer der DAO einen Änderungsvorschlag, dann stellt er diesen zur Abstimmung bereit. Nach einer erfolgreichen Abstimmung, in der die Mehrheit für die Regeländerung gewonnen werden konnte, wird die Änderung in den Smart Contract aufgenommen und ist damit wirksam.

Herkömmliche Unternehmen finanzieren sich anfänglich zumeist durch Investoren oder Eigenkapital der Gründer. Eine DAO hingegen schafft ihre Erstfinanzierung durch das Generieren von Tokens. Diese werden nach der Definitionsphase für die Unternehmensregeln generiert. Verläuft die Finanzierung erwartungsgemäß, startet die DAO, wird vollständig autonom und unabhängig von seinen Gründern. Mitspracherecht haben die Gründer dann nur noch proportional zu der Anzahl an Tokens, die sie selbst an der DAO halten. Die Tokens stellen so gesehen Anteile an der Firma dar. Zumeist bilden diese ein Anrecht auf Mitbestimmung an den Unternehmensentscheidungen, sowie die Auszahlung von Gewinnen ab. Das Token-Handling unterliegt jedoch keinem Gesetz und kann von jedem DAO selbst definiert werden. Zur Verbesserung des Verständnisses wird in diesem Artikel davon ausgegangen, dass Tokens Einfluss und Gewinnbeteiligung abbilden.

Welche Probleme löst eine DAO?

Eine Hierarchie dient grundsätzlich der schnelleren Entscheidungsfindung durch Weisungsbefugnis und Klärung der Verantwortung, basierend auf Erfahrungswerten, sowie der Bereitschaft von Individuen, Verantwortung zu übernehmen. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass im Idealfall nur kompetente Personen Entscheidungen effektiv und mit angemessenem Aufwand treffen. Es ist aber auch ein sehr eingeschränktes und wenig dynamisches System, da Entscheidungen mitunter einseitig betrachtet werden könnten. Nicht ohne Grund werden bei besonders wichtigen Entscheidungen in der Regel Gruppen beauftragt. Der Theorie zur kollektiven Intelligenz [1] zufolge treffen mehrere Organismen zusammen bessere Entscheidungen als einzelne Individuen. Diesem Prinzip folgend werden in einer DAO Entscheidungen stets von allen an der DAO beteiligten Individuen getroffen. Fehler basierend auf individuellen Fehlentscheidungen wird so entgegengewirkt.

Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, ist zunächst eine vollständige Datenbasis sicherzustellen. In heutigen Unternehmensstrukturen steht diese in der Regel nur dem Entscheidungsträger selbst und seinen Vorgesetzten zur Verfügung. Beteiligten mit geringerer Verantwortung und Weisungsbefugnis bleiben diese Informationen zumeist verwehrt, was es ihnen nicht ermöglicht, gleichermaßen fundierte Entscheidungen treffen zu können. In einer DAO stehen hingegen alle Informationen allen Beteiligten zur Verfügung. Dies ermöglicht allen Beteiligten gleichermaßen tiefe Einblicke in das eigentliche Unternehmensgeschehen und somit fundierte Entscheidungen. Potentielle Fehlentscheidungen können von allen Beteiligten der DAO identifiziert werden, und nicht nur von den entsprechenden Entscheidungsträgern. So liegen auch alle Entscheidungen in voller Detailtiefe nachvollziehbar offen, was größtmögliche Transparenz sichert.

Basierend auf diesem Ansatz der dezentralen Entscheidungsfindung, verändert sich auch das Verhältnis der Verantwortung. Wurden in herkömmlichen Unternehmen Entscheidungen stets von Führungskräften und ihren Vorgesetzten verantwortet, sind in einer DAO alle Beteiligten am Unternehmen für sämtliche Entscheidungen verantwortlich. Es ist anzunehmen, dass durch eine größere Verteilung an Verantwortung geringerer Druck für jedes Individuum entsteht und somit freiere Entscheidungen ermöglicht werden können. Weiterhin kann so eine starke Bindung an das Unternehmen geschaffen werden, da jeder Beteiligte mit eigener Verantwortung für den Unternehmenserfolg eintritt.

Eine Unternehmensentscheidung mit weitreichenden Folgen wurde bisher durch mehrere Gremien getragen und innerhalb einer verhältnismäßig langen Entscheidungszeit bewertet. Durch demokratische Entscheidungen über die Blockchain können bei einer DAO zeitgleich alle Beteiligten ein Urteil über die Unternehmensentscheidung abgeben. Zudem kann im Smart Contract festgelegt werden, wann die Entscheidung gefällt sein muss. So werden Entscheidungsfindungsprozesse beschleunigt und besser planbar.

In einer DAO werden Finanzierungen eher einem am Aktienmarkt dotiertem Unternehmen nachempfunden, als der konventionellen Finanzierung herkömmlicher kleiner und mittelständischer Unternehmen. So ist der Gesamtwert des Unternehmens in frei handelbaren Tokens abgebildet. Jeder, der an das Unternehmen glaubt, kann sich wie bei einer Aktiengesellschaft über den Erwerb von Tokens, in das Unternehmen einkaufen. Der Clou: proportional zum Anteil an Tokens, die ein Shareholder innehat, steigt auch seine Entscheidungsstärke in den bereits erwähnten demokratischen Abstimmungen. So werden im Gegensatz zu herkömmlichen ICOs nicht nur Anteile am entsprechenden Unternehmen erworben, sondern es wächst auch das Mitspracherecht proportional.

In der Praxis bedeutet dies für die DAO, dass nicht erst wie bei bisherigen KMUs eine Finanzierung durch Privatvermögen der Gründer oder Fremdfinanzierung bereitgestellt werden muss, sondern direkt basierend auf ICOs mit dem Aufbau der DAO begonnen werden kann.

Vertrauen ist eine Schlüsselkompetenz in einer jeden Firma. Vertraut ein Mitarbeiter seinem Arbeitgeber nicht, wird er sich weder mit vollem Einsatz in die Firma einbringen noch freiwillig seine besten Ideen zur Weiterentwicklung des Unternehmens preisgeben. In einer dezentralen, autonomen Organisation ist das Schaffen von Vertrauen jedoch nicht auf konventionellem Wege, wie durch das Errichten einer sicheren Arbeitsumgebung oder die enge Zusammenarbeit in einem Büro, realisierbar. Wird in einem sich jederzeit beliebig verändernden Team ohne regelmäßigen persönlichen Kontakt gearbeitet, muss das Thema Vertrauen anders angegangen werden. Die Lösung steckt hierbei in der Natur der Blockchain Technologie, die der DAO zugrunde liegt. Alle Arbeitsschritte und Entscheidungen werden manipulationssicher und jederzeit einsehbar in der Chain festgehalten, sodass Vertrauen auf persönlicher Ebene schlichtweg nicht erforderlich ist. Es wird also durch ein mathematisches Modell ermöglicht, dass Teams in jeder beliebigen Zusammensetzung zum Unternehmenserfolg beitragen, ohne dass sich die einzelnen Teammitglieder je persönlich vertrauen.

Diesem Modell entsprechend ist auch das Prinzip der Arbeitsverteilung innerhalb einer DAO ein anderes. In der Organisation werden Mitarbeiter nicht fest angestellt, sondern kaufen sich, wie bereits beschrieben, selbst in das Unternehmen ein und übernehmen Aufgaben entsprechend ihrer Kompetenzen zu der für sie angemessenen Entlohnung. Die Verantwortung der Firma dem Mitarbeiter gegenüber wird so auf den Mitarbeiter selbst übertragen. Es obliegt also dem Mitarbeiter, ob er zu den angebotenen Bedingungen für die jeweilige Firma tätig sein möchte oder nicht. So ist es auch deutlich einfacher für den Mitarbeiter, für mehrere DAOs gleichzeitig zu arbeiten. Dies führt zu einer deutlich größeren Agilität der DAOs im Vergleich zu einer heutigen Firmenstruktur.


Kritik an der DAO

Neben den entscheidenden Vorteilen, die eine DAO bietet, müssen auch die Herausforderungen betrachtet werden, mit denen eine dezentrale, autonome Organisation konfrontiert wird.

Bei diesem Modell handelt es sich noch um einen sehr jungen Gedanken zur Neustrukturierung herkömmlicher Hierarchiemodelle. Eine eindeutige oder gar speziell angepasste Rechtsprechung ist so noch in keiner Weise gegeben. Besonders schwierig ist hierbei, dass in einer Organisation, in der die Verantwortung gleichermaßen auf alle Mitglieder verteilt wird, nicht eindeutig ein einzelner Verantwortlicher oder eine Gruppe ausgemacht werden kann. Wird das Unternehmen der Ausführung illegaler Aktivitäten beschuldigt, stellt sich so die Frage, wer genau dafür haftbar gemacht werden kann beziehungsweise, wie eine Haftbarmachung des gesamten Unternehmens aussehen würde. Ist dies bei Geldstrafen noch relativ einfach über das vorhandene Firmenkapital abwendbar, sieht die Sache bei Strafen mit Freiheitsentzug deutlich komplexer aus.

Wie ist eine Unternehmenskultur zu erzeugen, ohne zentrale Orte, an denen Mitarbeiter zusammenkommen und lange verbindliche Verträge, die Mitarbeiter an das jeweilige Unternehmen binden? DAO Befürworter würden sicherlich anführen, dass eine Reihe von Open-Source-Plattformen häufig anonym sind und trotzdem eine gewisse Plattform-Kultur erhalten bleibt. Eine herkömmliche Unternehmenskultur reicht jedoch viel weiter als das. Sie vereint geteilte Muster des Denkens, Fühlens und Handelns der Mitarbeiter eines Unternehmens mit Normen, Werten und Einstellungen der Organisation.[2] Die Frage der Verantwortung für den Erhalt der Kultur ist also neu zu stellen. Vermutlich werden nur Erfahrungswerte zeigen können, wie ein soziales Gefüge unter den Gegebenheiten einer DAO seine interne Kultur entwickeln und erhalten kann.

Der Ansatz einer voll demokratisch bestimmten Unternehmung verspricht höchstmögliche Zustimmung der Masse, läuft aber mitunter Gefahr, langsamer zu agieren als zentral geleitete Unternehmungen. So auch die DAO. Konnten Entscheidungen in konventionellen Unternehmen bisher schon innerhalb der jeweils beteiligten Arbeitsbereiche getroffen werden, müssen sie in DAOs stets von der Gesamtheit aller Beteiligten getroffen werden. Von einem generellen Mehrzeitaufwand ist so auszugehen. Einen Lösungsansatz stellen hierbei wohlmöglich Mindestbeteiligungsquoten zu den jeweiligen Abstimmungen dar, sodass nicht mehr alle Beteiligten des Unternehmens an jeder Abstimmung teilnehmen müssen, sondern es ihnen bis zu einem gewissen Mindestmaß freisteht.

Da DAOs grundlegend offene Unternehmungen sind, in die sich jeder einkaufen kann, der das notwendige Kapital aufweist, um Tokens zu kaufen, ist der Zugang zum Unternehmen selbst deutlich unbeschränkter als bei herkömmlichen Firmen. Es wäre denkbar, dass sich Konkurrenten nur in eine andere DAO einkaufen, um Entscheidungen gezielt so zu manipulieren, dass ein Wettbewerbsvorteil für ihr eigenes Unternehmen entsteht. Ein Schutzmechanismus gegen dieses Feindliche Eindringen ist bis dato nicht bekannt, jedoch ist zu vermuten, dass Einkaufsbeschränkungen wie das Vorkaufsrecht, bei börsennotierten Unternehmen einen guten Schutzmechanismus darstellen könnten. So würden beispielsweise Shareholder mit großem Anteil am Unternehmen oder langer Zugehörigkeit zur DAO gegenüber denen, die sich erst neu in die DAO einkaufen, bevorzugt. Dies ist jedoch reine Spekulation.

Sollen von der breiten Masse in einer DAO gute und fundierte Entscheidungen getroffen werden, müssen zunächst alle erforderlichen Informationen für die Gesamtheit der Beteiligten zur Verfügung stehen. Vorausgesetzt, dies stellt kein Problem dar, wirft sich jedoch immer noch die Frage auf, wie die jeweils Beteiligten es schaffen sollen, zu jedem Zeitpunkt über alle Entscheidungen vollends informiert zu sein? Eine häufig angeführte Lösung zu diesem Problem stellt die Wahl von Vertretern dar. Dies widerspricht jedoch inhaltlich dem demokratischen Grundgedanken der DAO und stellt strenggenommen nur eine Behelfslösung dar.

Sollen alle Beteiligten gleichermaßen informiert sein, ist es wichtig, dass alle Informationen voll zugänglich sind, unabhängig davon, wie viel Tokens jeweils gehalten werden. So stehen schon bei minimaler Investition in die DAO alle Informationen zur Verfügung, die die DAO inne trägt. Firmenspionage stellt also eine Herausforderung dar. Der Grundansatz der DAO muss es also zwangsweise sein, ohnehin offen mit erarbeiteten Lösungsansätzen umzugehen.

Die Währung innerhalb einer DAOs sind die jeweils für die DAO erzeugten Tokens. Über diese werden Löhne ausgezahlt, Rewards ausgeschüttet und der allgemeine Einfluss innerhalb des Unternehmens abgebildet. Jedoch benötigt eine DAO unter Umständen auch Leistungen außerhalb des eigenen Ökosystems. An dieser Stelle steht die Überlegung, wie Einkäufe der DAOs bei anderen Marktteilnehmern oder Dienstleistern abgebildet werden sollen.


Zukunft der DAO

Wie können DAOs in zukünftigen Anwendungen ihre Stärken ausspielen?

Es sind bereits einige Konzepte etabliert, wie DAOs in Zukunft genutzt werden könnten. Drei dieser Konzepte sollen hier kurz vorgestellt werden. Zunächst geht es um eine Innovationsplattform nach dem Kickstarter-Konzept, dann um einen Future-Markt, basierend auf einer DAO und abschließend um eine Zukunftsstadt, die im Staat Nevada entstehen soll.

Die Seite BlockChainHub [3] beschreibt in einem kurzen Artikel gut, wie eine Crowdfunding-Plattform basierend auf dem DAO-Prinzip aussehen könnte. So werden wie bei einer herkömmlichen DAO Tokens zum Verkauf angeboten, die sowohl Gewinne ausschütten als auch Mitspracherecht gewähren. Auf diese Weise wird dem Problem von herkömmlichen Seiten, wie Kickstarter entgegengewirkt, dass Investoren zwar investieren können, aber ab diesem Zeitpunkt ihr Einfluss auf das Geschehen erlischt und sie so unter Umständen zusehen müssen, wie ihr investiertes Geld in die wohlmöglich falschen Aktivitäten investiert oder gar veruntreut wird. TheDAO zeigte eindrucksvoll, wie hoch die Nachfrage nach solch einem Konzept ist. Das Scheitern der Unternehmung lag schließlich nicht an mangelndem Interesse der Investoren, sondern an einem Hack und unzureichendem Krisenmanagement.

In einem Paper der University of Tronto [4] wird verdeutlicht, welche Vor- und Nachteile ein Future-Markt basierend auf DAOs hätte. Zur Erläuterung: Futures sind bindende Verträge darüber, einen Anteil zu einem festen Betrag an einem festen zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen beziehungsweise zu verkaufen. Dieses Modell ließe sich sehr gut vom herkömmlichen Vorbild auf eine DAO-basierte Version des Marktes adaptieren und würde von den bereits genannten Vorteilen der DAO profitieren. Es wird anhand des TheDAO-Dilemmas ausgeführt, dass Sicherheitsschwachstellen ein erhöhtes Risiko für DAO-basierte Futur-Märkte darstellen, weil entstandene Schäden rein technisch einfach nicht rückgängig gemacht werden können, wie bei einem auf Fiat-Währung basierendem Future-Markt. So zeigt sich, dass der Vorteil der Dezentralisierung im Schadensfall zu einem entscheidenden Nachteil werden kann, auch wenn er ein größeres Potential inne trägt, Manipulationen besser zu vermeiden als ein zentralisierter Markt.

Das wohl ambitionierteste Projekt basierend auf dem DAO-Ansatz stellt momentan die Gründung einer neuen Planstadt im Bundesstaat Nevada dar. Die Firma Blockchains von Jeffrey Burns plant auf einem Grund von rund 271 Quadratkilometern (zum Vergleich: München hat etwa 310 Quadratkilometer Grundfläche) einen Campus für Technologieerforschung in den Bereichen Blockchain, Maschinelles Lernen, Nanotechnologie und 3D-Druck, sowie Wohnfläche, Kinos, eine e-Sports-Arena, Verwaltungsgebäude und Einkaufsmöglichkeiten. Der Clou: Die komplette Stadtverwaltung basiert auf einer DAO und gibt damit allen Mitgliedern der neu gegründeten Gemeinde volle Kontrolle über die Stadtentwicklung. Dass Jeffrey Berns es ernst meint ist wohl am besten daran festzumachen, dass er bereit war, für das ausgewählte Stück Land 170 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen zu investieren.


Fazit

Hat das Konzept einer DAO also eine Existenzberechtigung? Ja! Besonders die Vorteile bei der Transparenz von Informationen, der Verantwortungsverteilung und der hervorragenden Skalierbarkeit stellen Eigenschaften dar, die gut zu global agierenden Unternehmen passen. Es ist naheliegend, dass der Ansatz einer DAO nicht universell zu jeder Unternehmensform passt. Er wird vorerst stärkere Adaption in Unternehmen finden, die sich mit Blockchain-Technologie oder digitalen Dienstleistungen befassen. Da es sich um eine völlige Neugestaltung der Hierarchiestruktur handelt, ist es zu erwarten, dass besonders Firmenneugründungen auf diesen Ansatz setzten werden. Von Beginn an kann so ein sauberes dezentrales System aufgebaut werden, anstatt mit großem Aufwand aus einer herkömmlichen Struktur entwickelt zu werden. Den Vorteilen stehen momentan noch entscheidende Herausforderungen gegenüber, die es zu lösen gilt, bevor ein wirklicher Durchbruch des DAO-Ansatzes zu erwarten ist. Besonders zu nennen sind hierbei die unklare Rechtslage, der Schutz vor Fremdattacken und das komplexe Informationsmanagement. Zurzeit sind einige Firmen damit beschäftigt, sich diesen Herausforderungen zu stellen und eine Art Sandbox zu entwickeln, die alles enthält, um eine eigene DAO zu gründen. Wer es genau wissen möchte, kann beispielsweise das Whitepaper von Colony [5] zu Rate ziehen. So könnte eine DAO eine sehr erstrebenswerte Arbeitsorganisation darstellen. Sie zeigt einen durchdachten Weg auf, wie Firmen im stark globalisierten und vernetzten 21. Jahrhundert Erfolge nicht nur für einzelne Entscheidungsträger, sondern für die breite Masse der Beteiligten fair zugänglich machen kann.


Julius Geiling

Blockchain Analyst

zerna.io


Quellen

[1] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/schwarmintelligenz-54132

[2] https://organisationsberatung.net/unternehmenskultur-kulturwandel-in-unternehmen-organisationen/#_ftn1

[3] https://blockchainhub.net/dao-decentralized-autonomous-organization/

[4] https://securitylab.disi.unitn.it/lib/exe/fetch.php?media=spw17.pdf

[5] https://colony.io/whitepaper.pdf

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